Hellershofer Osterweg 2020 – Beschreibung und Bilder

Um das Jahr 30 n.Chr., als man Jesus gekreuzigt hatte, hofften die, die Jesus verurteilt hatten, dass es kein Ostern geben wird. Ihre Hoffnung hat sich nicht bestätigt. Am Ostersonntag dieses Jahres ist Jesus auferstanden.

Im Jahr 2020 hätten viele gerne einen Ostergottesdienst besucht. Solche Gottesdienste in traditioneller Form durften jedoch nicht stattfinden. In vielen Gemeinden suchte man nach Alternativen.
In Hellershof entstand in großer Zusammenarbeit ein Passions- und Osterweg. Einzelne Geschichten wurden an sieben verschiedenen Stationen dargestellt.
Ein großes Tor steht für den Beginn der Passionswoche. Am Palmsonntag zog Jesus durch das Stadttor in Jerusalem ein und ließ sich dabei feiern wie ein König. Weil ein roter Teppich fehlte, legten die Menschen Palmzweige (daher der Name „Palmsonntag“) und ihre Mäntel auf die Straße. Markus erzählt davon in seinem Evangelium: „Die große Menge, die zum Passafest gekommen war, hörte, Jesus sei auf dem Weg nach Jerusalem… Sie zogen ihm entgegen vor die Stadt und riefen laut: „Gepriesen sei Gott! Heil dem, der in seinem Auftrag kommt! Heil dem König Israels!“ Jesus aber fand einen jungen Esel und setzte sich darauf, so wie es schon in den Heiligen Schriften heißt: „Fürchte dich nicht, du Zionsstadt! Sieh, dein König kommt! Er reitet auf einem jungen Esel.“

Vier Tage später feierte Jesus mit seinen Jüngern das Abendmahl. Die Szene wurde mit biblischen Erzählfiguren in einem der Fenster des Kindergartens dargestellt. Mit dem Abendmahl vertiefte er die Verbundenheit mit und unter seinen Jüngern und gab einen Hinweis auf sein bevorstehendes Leiden und Sterben. Im Matthäusevangelium erfährt man dazu: „Während der Mahlzeit nahm Jesus ein Brot, sprach das Segensgebet darüber, brach es in Stücke und gab es seinen Jüngern mit den Worten: „Nehmt und esst, das ist mein Leib!“ – Dann nahm er den Becher, sprach darüber das Dankgebet, gab ihnen auch den und sagte: „Trinkt alle daraus; das ist mein Blut, das für alle Menschen vergossen wird zur Vergebung ihrer Schuld. Mit ihm wird der Bund in Kraft gesetzt, den Gott jetzt mit den Menschen schließt. – Ich sage euch: Von jetzt an werde ich keinen Wein mehr trinken, bis ich ihn neu mit euch trinken werde, wenn mein Vater sein Werk vollendet hat!“ Dann sangen sie die Dankpsalmen und gingen hinaus zum Ölberg.“

Die dritte Station zeigt, was im Garten Gethsemane am Ölberg zu sehen war: Neben einem Ölbaum betet Jesus. Er hätte sich gewünscht, dass auch die Jünger beten, aber ihnen fehlt die Kraft. Von Jesus ist überliefert, dass er den Jüngern gesagt hat: „Wachet und betet, dass ihr nicht in Anfechtung fallt! Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach.“ Im Garten Gethsemane wurde Jesus dann in der Nacht verhaftet und zum Verhör vor dem Hohen Priester abgeführt.

Der Jesusjünger Petrus wollte erfahren, was mit Jesus geschieht. Es gelang ihm, in den Innenhof des hohepriesterlichen Palastes zu kommen. Er hatte sich vorgenommen, dass er zum Sterben mit Jesus bereit sein will, sollte Jesus sterben müssen. Als er allerdings auf seine Zugehörigkeit zu Jesus angesprochen wird, ist sein Mut verschwunden und er leugnet, Jesus zu kennen. Ein Labyrinth an der vierten Station steht für Wege und Irrwege, die auch Petrus gegangen ist. Am frühen Morgen, als der Hahn kräht, erinnert sich Petrus, dass Jesus ihm gesagt hat: „Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen“ und bereut sehr, was er getan hat.

Noch in der Nacht hatte man Jesus zum Tod verurteilt. Am Morgen des Karfreitag stimmte auch der römische Spitzenbeamte dem Plan letztlich zu. Gegen 9 Uhr am Vormittag wurden drei Kreuze aufgestellt und Jesus, zusammen mit zwei weiteren Verurteilen, dort hochgezogen. Auch diese Szene kann in einem Fenster des Kindergartens besichtigt werden. – Über das Sterben von Jesus schreibt Markus: „Und zu der neunten Stunde (15 Uhr) rief Jesus laut: Eli, Eli, lama asabtani? Das heißt übersetzt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Und einige, die dabeistanden, als sie das hörten, sprachen sie: Siehe, er ruft den Elia. Da lief einer und füllte einen Schwamm mit Essig, steckte ihn auf ein Rohr, gab ihm zu trinken und sprach: Halt, lasst uns sehen, ob Elia komme und ihn herabnehme! Aber Jesus schrie laut und verschied. Und der Vorhang im Tempel zerriss in zwei Stücke von oben an bis unten aus. Der Hauptmann aber, der dabeistand, ihm gegenüber, und sah, dass er so verschied, sprach: Wahrlich, dieser Mensch ist Gottes Sohn gewesen!“

Am Morgen des Ostersonntags wollten Jüngerinnen von Jesus sein Grab besuchen. Sie finden es geöffnet und leer. Ein Gottesbote fragt sie: „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden.“
Dargestellt wurde diese Geschichte der Auferstehung mit einem leeren Sarg im Leichenhaus in Hellershof – verbunden mit der Gebetsbitte: „Herr, wälze den Stein weg, der mich hindert zu glauben. Ich möchte glauben, dass Du das Leben bist und dass Du den Tod überwindest.“

Die letzte Station erinnert an das Erlebnis zweier sehr enttäuschter Jesusjünger. Sie hatten wohl davon gehört, dass einige von der Auferstehung von Jesus erzählten. Aber Märchen wollten sie nicht glauben. So beschlossen Sie, in ihre Heimat und in ihren Alltag zurückzukehren. Trotzdem hatten sie auf ihrem Rückweg nur ein Thema: Jesus. Was sie mit ihm erlebt hatten, war wunderbar gewesen. Schade, dass es nun aus ist.
Ein Fremder, der auf demselben Weg unterwegs war, öffnet sie für den Gedanken, dass sie ihre Hoffnung auf Jesus doch nicht begraben müssen. Vielleicht war er doch der große Helfer, auf den sie gewartet hatten? Nur ist sein Weg anders als sie es sich in ihrer Vorstellung zurechtgelegt hatten? Am Ende der Geschichte geht den beiden Jesusjüngern auf: Der Fremde ist Jesus. Er war mit ihnen auf dem Weg, nur dass sie es nicht gleich erkannt hatten.