Mut nach vorne zu schauen

Mut nach vorne zu schauen
Mutmachendes Männervesper am 16. Oktober 2026 in rustikaler Atmosphäre

Die evangelische Kirchengemeinde Hellershof lud für vergangenen Freitag ins Hermann-Stegmaier-Heim (Skihütte) des Ski- und Wanderclubs nach Cronhütte ein. Als Referent des Abend war Hans-Jürgen Raithle aus Winterbach eingeladen. Er ist Diplomkaufmann und vor über 20 Jahren in den Familienbetrieb eingestiegen. Dort ist er inzwischen Geschäftsführer der 4 Modehäuser der Raithle GmbH mit derzeit 35 Mitarbeitern. Er ist verheiratet und hat 2 Kinder.

In seinem Vortrag stieg er mit dem Thema Krise ein. Wenn Wellen höher und höher werden, kann einem schon Angst werden. Wir hören viel von Kriegen und Gewalt in der Ukraine, in Russland, in Nahost und vielen anderen Regionen. Auch wirtschaftlich ist diese Zeit sehr herausfordernd. Manche sprechen von der größten Krise seit 50 Jahren. Der Zollstreit der USA gegen Europa und Asien verschärft die wirtschaftlichen Probleme, besonders auch in seinem Fachgebiet, dem Bekleidungseinzelhandel. Viele Geschäfte geben auf, Insolvenzen erschüttern diesen Bereich. Als Beispiele nannte er Galeria Kaufhof, HDC, aber auch Firmen aus unserer Gegend wie Retrofit Weiler, Schuhsommer Winterbach, Betten Veil Schorndorf, Hertlein Plüderhausen, Warth Biberach, Peter Hahn Winterbach, Kögel Esslingen, Palm Heilbronn. In anderen Handelsbereichen und in der Industrie drohen Entlassungen oder Kurzarbeit, wie bei Frech, Bosch, Mercedes, VW.

Dass Kollegen des Referenten einfach aufhören, hinterlässt bei ihm Spuren: „Wie soll das eigentlich weitergehen?“ Firmen, die seit Jahrzehnten bestehen, geben auf. Was geschieht mit den Kollegen, den Mitarbeitern, den Menschen und ihren Familien? Funktioniert mein Geschäftsmodell noch in den nächsten Jahren? Wir kennen alle Situationen, in denen wir gern wüssten, was vor uns liegt oder wie es weitergeht.
Wie finden wir den Mut, nach vorne zu schauen?
Neben einigen anderen Themen ging der Referent innerhalb des Kapitels 14 des Matthäusevangeliums besonders auf den Bericht ein, als die Jünger Jesu in einem Boot auf dem See Genezareth in Seenot gerieten. Die Wellen wurden immer höher. Die Wellen sind real – da hilft alles Schönreden nicht. Da saßen sie nun – 12 Mann in einem Boot – mit der Angst unterzugehen. Ist das das Ende? Da kommt auf dem wilden Wasser eine Gestalt gelaufen. Jesus kommt ihnen auf dem Wasser gehend entgegen. In die Angst der 12 in Seenot geratenen spricht Jesus „Seid getrost, ich bin es; fürchtet euch nicht!“ Es lohnt sich, den ganzen Bericht in der Bibel nachzulesen, wie Petrus auf Jesu Worte reagiert und was er weiter erlebt,.
Dieses ganze Geschehen handelt nicht nur von Angst und vom Mut loszugehen und neue Wege zu gehen, es handelt auch von Schwachheit und davon, Hilfe in Anspruch nehmen.
Aus heutigen Lebenssituationen kam der Referent über den biblischen Bericht darauf zu sprechen, was das alles für mich heute bedeutet. Es geht darum, die Wellen zu sehen, aber nicht nur die Wellen. Ich muss die (wirtschaftliche) Lage realistisch wahrnehmen.
Dann aber den nächsten Schritt im Vertrauen auf Jesus gehen, auch ohne, dass ich den ganzen Weg kenne.
Und vieles müssen wir auch gemeinsam mit Freunden, in einer Gemeinschaft oder Gemeinde meistern, gemeinsam Lasten tragen und Gott in die täglichen Entscheidungen mit einbeziehen.
Dann kann auch ein Leben mit hohen Wellen gelingen.

Peter Mergarten, 17.10.2026